Pädagogischer Leitfaden



Bedürfnis nach körperlicher und psychischer Integrität

  • Kinder werden nie körperlich gemassregelt (Schläge, Haare ziehen).
  • Die psychische Integrität des Kindes wird immer respektiert (sich einfühlen können in die Perspektive des Kindes und dieser mit Wertschätzung begegnen).
  • Die Tagesfamilie achtet auf eine suchtmittelfreie Umgebung.
  • Die Tagesfamilie pflegt in ihrer Freizeit einen massvollen Umgang mit Genussmitteln. 
  • Die Tagesfamilie unterlässt das Rauchen in den von Kindern genutzten Räumen.



Bedürfnis
nach Lernen

  • Kinder sind aktiv, wissensbegierig und wollen neue Sachen wissen und lernen.
  • Es sollte ein Spielangebot bestehen, welches das individuelle Entdecken und lernen der Kinder fördert.
  • Kinder wollen ermutigt und unterstützt werden beim Lernen und Entdecken.
  • Der Umgang mit elektronischen Medien sollte von Tagesmutter und Eltern vorgängig geklärt werden.







Bedürfnis nach Ernährung

  • Geregelte, gesunde Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten als Ziel
  • Jederzeit Zugang zu ungesüssten Getränken (Wasser, ungezuckerter Tee)
  • Während des Essens werden keine Erziehungsmassnahmen ausgesprochen, mit Ausnahme von Ermahnungen, welche sich auf die Tischsituation beziehen. Säuglingsnahrung und spezielles Zubehör (Schoppenflasche) werden von den Eltern mitgebracht.
  • Die Handhabung gesüsster Getränke muss mit den Eltern besprochen werden.



Bedürfnis nach Bewegung


  • Spaziergänge (Spielplatz, Park, Wald und Wiese)
  • Aufenthalt mit verschiedenen Aktivitäten im Freien, auch bei Regen und Schnee Bewegungsanregendes Spielmaterial für drinnen und draussen (Soft-Bälle, Laufwagen, Laufrad, Gummitwist ect.)
  • Auto- /Fahrradfahrten, Bäder, Seilpark, Klettern, Aufenthalte an Seen usw. mit erhöhtem Sicherheitsrisiko müssen mit den Eltern besprochen werden.
  • Die Eltern sorgen für die passende Kleidung & Ausrüstung des Kindes. 


Bedürfnis nach physischer Sicherheit

  • Die Tagesmutter kennt die Erste – Hilfe – Regeln und kann diese anwenden (Nothelferkurs).
  • Notfall: 1. Hilfe organisieren (Notruf 144) 2. Eltern informieren
  • Gefährliche Stellen (Treppen, Herd ect.) werden mit besonderer Aufmerksamkeit bedacht. Die Sicherheit beim Sport und Spielen ist so gut als möglich mit Sicherheitsvorkehrungen gewährleistet (Helm, Schützer, Absicherungen ect).
  • Giftige Stoffe und Medikamente werden an einem sicheren Ort aufbewahrt.
  • Eltern werden auch bei Bagatellunfällen informiert (bei Übergabe).
  • Ob ein leicht krankes Kind von der Tagesmutter betreut werden kann, bestimmt die Tagesmutter. Dies muss mit ihr abgesprochen werden.
  • Wird ein Tageskind während der Betreuung krank, werden die Eltern informiert und das Kind ggf. früher von den Eltern abgeholt.
  • Kinder werden vor übermässiger Sonneneinstrahlung geschützt.



Bedürfnis nach sexueller Integrität und Entwicklung

  • Die sexuelle Entwicklung eines Kindes bietet Anlass für viele Unsicherheiten und Missverständnisse. Es ist wichtig, dass familientypische Unterschiede zu kennen und zu achten.
  • Die Tageseltern kennen und wahren die Grenzen der tolerierbaren Nähe zu den Tageskindern.
  • Kinder werden zu nichts gezwungen und die individuellen Bedürfnisse nach Nähe und Distanz werden akzeptiert.
  • Bei Fragen / Problemen direkt ansprechen und keine Zeit verstreichen lassen.
  • Bei Verdacht auf einen Übergriff braucht es qualifizierte Beratung. Bitte setzen sie sich mit

    der zuständigen Behörde der Gemeinde zusammen.




Betreuungspflicht

  • Die Betreuung des Kindes durch Drittpersonen muss vorgängig mit den Eltern abgesprochen werden.
  • Die Organisation von Holen und Bringen des Kindes von der Schule, Spielgruppe und anderen Anlässen muss gemeinsam abgesprochen werden.
  • Für Vorkommnisse, die sich auf dem Weg zum / vom Kindergarten zur / von der Schule, Spielgruppe ect. passieren, sind die Eltern zuständig
  • Die Eltern sind dafür besorgt, dass die Lehrer / Lehrerinnen wissen an wen sie sich während der Schule wenden müssen (Krank oder andere Fragestellungen).
  • Die Tagesmutter wendet sich nur im Einverständnis mit den Eltern an Schule / KIGA / Kita und andere involvierte Stellen.


Bedürfnis nach Eigenständigkeit und Konflikten

  • Für die Entwicklung der Kinder sind Konflikte unerlässlich.
  • Sie streiten um andere zu ärgern, Regeln zu ändern, Grenzen anderer zu testen oder sich

    eine bessere Position in einer Gruppe zu sichern.

  • Konflikte sind wichtig damit Kinder sich zu behaupten lernen.
  • Kinder brauchen Erwachse, die Streit zulassen, genau hinschauen und Leitplanken setzen aber auch Hilfe anbieten.
  • Kinder können in Lösungs-vorschläge einbezogen werden, sie sind kreativ und haben gute Ideen wie ein Konflikt gelöst werden kann.
  • Die Erwachsenen pflegen einen achtsamen und gewaltfreien Umgang miteinander und sind Vorbilder. Konflikte zwischen Erwachsenen werden ohne Einbezug der Kinder geregelt.


Bedürfnis nach Ruhe, Rückzugsmöglichkeit und Schlaf

  • Ein Angebot an ruhigeren Spielmöglichkeiten
  • Einen vertrauten und gleichbleibenden Rückzugsort, an dem geschlafen werden kann. 
  • Das geliebte Einschlafsnuschi, Tieri, Kissen soll der Tagesfamilie mitgegeben werden.
  • Genügend Zeit und Begleitung beim Einschlafen




  1. Eingewöhnung

  • Eltern begleiten die Eingewöhnungsphase und nehmen sich die dafür notwendige Zeit.
  • Kinder brauchen genügend Zeit um sich an die neue Situation zu gewöhnen.
  • Jedes Kind ist verschieden. Dementsprechend muss auch die Eingewöhnungsphase

    individuell angepasst werden.

  • Die Tagesmutter richtet sich im Grundsatz nach unserem Eingewöhnungskonzept, welches diesem Vertrag angehängt ist.



Bedürfnis nach Kommunikation

  • Sich verbal ausdrücken können
  • Auch Zeichnen, Malen und Mimik gehören zur non verbalen Kommunikation. Bücher ansehen, vorlesen und selber lesen
  • Verständigung in Deutsch ist ein zentraler Bestandteil der Integration für Kinder mit schlechten deutschen Kenntnissen






Bedürfnis nach Bindung und Beziehung

  • Regelässigkeit in der Tagesbetreuung ist für die Kinder sehr wichtig.
  • Kinder wollen Freundschaften zu anderen Kindern aufbauen.
  • Kinder wollen eine Konstanz in der Beziehung und eine Bezugsperson. 







Bedürfnis nach Toleranz

  • Kinder müssen lernen mit Andersartigkeit umzugehen und dies akzeptieren zu können.
  • Religion wird im privaten Kreis gelebt und Tageskinder werden diesbezüglich nicht belehrt.
  • Gemeinsames Austauschen über kulturelle Fragen ist ein wichtiger Teil um Verständnis und Toleranz aufbauen zu können.

  1. Tagesstruktur

  • Die Kinder wissen, welche Essensregeln bei der Tagesmutter gelten.
  • Die Kinder wissen wo (bei Tagesmutter oder zu Hause) sie ihre Hausaufgaben machen

    können / sollten.







Bedürfnis nach Partizipation

(Teilnahme)

  • Kinder wollen im Rahmen der Möglichkeiten den Alltag mitbestimmen.
  • Abmachungen allenfalls von Zeit zu Zeit neu verhandeln (bei grösseren)
  • Kinder wollen bei der Erledigung des Haushaltes häufig mitbeinbezogen werden (kochen,

    putzen, waschen, gärtnern usw.).



Bringen und Abholen

  • Kinder werden gerne begrüsst und verabschiedet (kein Abschleichen).
  • Übergabephasen verlaufen ohne Hektik aber speditiv.
  • Wichtig Gespräche werden nicht während den Bring- und Abholphasen besprochen.



  1. Rituale

  1. Einschlafsritual
  • Ämtliplan
  • Gemeinsame Mahlzeiten
  • Anfkunfts- und Abschiedsritual
  • Gemeinsames Aufräumen
  • Wiederholende Tagesstruktur


Bedürfnis nach Gesundheit

  • Toilettenartikel werden von den Eltern mitgegeben.
  • Die Hände werden vor und nach dem Essen und dem Toilettengang gewaschen. 
  • Schmutzige oder nasse Kleider werden gewechselt.


Beenden der Betreuung

  • Vertragliche Abmachungen sind verbindlich.
  • Vertragliche Änderungen müssen schriftlich erfolgen.
  • Kinder frühzeitig informieren, wenn es Änderungen in der Tagesbetreuung gibt.
  • Kinder müssen sich bei einer Beendigung des Tagesverhältnisses adequat

    verabschieden können.

  • Kinder sollten auch später mit der Tagesmutter in Kontakt treten dürfen.